Die Hüter des Friedens

Schatten der Vergangenheit

©1982 by Stayka deyAvemta

Letzte Änderung: 2002/02/26


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Man schreibt den 23:04:2179TZ.

Auf dem Planeten Calhága VI/Syntra in der Galaxie Ssi-Srilna (hierzulande auch bekannt als NGC 5194 oder Jagdhunde-Nebel) tagt die Versammlung der Verantwortlichen der Vereinigung Tressila. Der erste Verantworliche, ein goldbrauner Katzenmann in einer metallisch roten Kombination, faucht in den Übersetzer seines Pultes. Die dunkelblauen Augen des Xictis funkeln ärgerlich, und er betrachtet seine ausgefahrenen Krallen.

Ssesh: Ihr seht also, daß das Problem der Vier Galaxien wieder akut geworden ist. Wenn wir also nicht noch einmal in die Gefahr geraten wollen, von den aggressiven Wilden dieses anderen Galaxienreiches überfallen zu werden, müssen wir am besten gezielte Präventivmaßnahmen ergreifen. Nachdem es unseren Vorfahren vor all den Jahrmillionen TZ gelungen war, die fremden Aggressoren zurückzuschlagen, waren die in den Vier Galaxien lebenden Völker weitestgehend passiv geblieben. Doch nun beginnt sich offenbar eine neue Organisation zu bilden, welche sich der Technologie der Alten Völker bedient.

Der Felide blickt ernst von den Holomonitoren.

Ssesh: Ihr wißt ja auch, welche entsetzlichen Verheerungen der Alte Krieg mit sich geführt hatte.

Ein anderes Gesicht ersetzt das Konterfei des Xictis: Ascya-C'aav, eine blauhäutige Frau mit leuchtend schneeweißen Haaren und den für alle Menschen von Delha III/Syaana typischen, elfenhaft schönen Gesichtszügen.

Ascya: An was für 'gezielte Präventivmaßnahmen' denkst du, Verantwortlicher Ssesh?

Sie macht die syaanische Geste der Neugierde, eine einfache Geste mit der linken Hand.

Ssesh: Ich würde vorschlagen, zunächst einen oder mehrere Agenten in die Vier Galaxien zu entsenden, um die Lage genauer zu analysieren.

Wieder meldet sich ein anderer Verantwortlicher: Helje, ein pflanzlicher Jenileeja. Bevor er zu sprechen beginnt, ordnet er zunächst seine fünfzehn türkisfarbenen Ranken.

Helje: Ich denke, daß wir aus Budgeterwägungen zunächst lediglich einen Agenten losschicken sollten.

Ssesh: Korrekt. Es sollte ausreichen, da unsere Technologie der der Vier Galaxien in weiten Teilen überlegen ist. Außerdem handelt es sich lediglich um einen Spähauftrag.

Nun erhält ein dunkelhäutiger Humanoide von Flam III/Verina das Wort: Kirtel Gerk, der Chef des Geheimdienstes der Vereinigung Tressila.

Kirtel: Mein Vorschlag: Ich schicke meinen besten Mann mit dem neuerbauten Raumkreuzer Blaccóllo los. Er soll sich zunächst in einer der Vier Galaxien umsehen und zurückkehren, wenn er alles herausgefunden hat, was für eine wirkungsvolle Verteidigung notwendig ist.

Ssesh: Ich unterstütze den Verantwortlichen Gerk. Schicken wir Cvoa-L'yyn nach Nehgqù-Xuqù.

Kirtel: Cvoa-L'yyn ist zudem bereits mit der Blaccóllo vertraut; er testet sie zur Zeit im Shenedra-System.

Helje: Dann sollten wir ihn unverzüglich nach Syntra beordern.

Ssesh: Stimmen wir zunächst darüber ab, ob es eine Mehrheit dafür gibt, einen Agenten in die Vier Galaxien zu schicken.

Dies wird in die Tat umgesetzt, und über die elektronische Abstimmungsanlage bekunden prompt 74.33% der Verantwortlichen ihre Zustimmung. Kurz darauf ergeht die Anweisung an Cvoa-L'yyn, sich mit der Blaccóllo unverzüglich im Calhága-System einzufinden und vor dem Rat der Verantwortlichen der Vereinigung Tressila (RVVT) auf Syntra zu erscheinen.

* * *

Einige Stunden später:

Die Verantwortlichen der Vereinigung Tressila haben ihre Sitzung für geraume Zeit vertagt. Als die Blaccóllo auf dem Raumhafen Carda von Calhága VI/Syntra aufsetzt, wird Cvoa-L'yyn von einer Ratsdienerin in Empfang genommen und zum Tagungsort des RVVT geleitet.

Die junge Verina-Frau mustert den hochgewachsenen syaanischen Agenten verstohlen und findet, daß er tatsächlich so unverschämt gut aussieht, wie man es ihm nachsagt.

Cvoa hat die blaue Haut seiner Rasse, ist allerdings eine Nuance dunkler als zum Beispiel Ascya-C'aav. Seine Haare sind von strahlendstem Weiß, und seine blauvioletten Augen weisen einen faszinierenden silbrigen Schimmer auf. Dazu ist er gertenschlank, steckt in einem metallisch regenbogenfarbenen Overall und lächelt sie gewinnend an.

Die Ratsdienerin beschließt, dies geflissentlich zu ignorieren und weist ihm lediglich geschäftsmässig die Besuchertribüne zu, ehe sie sich eilends wieder zurückzieht. Cvoa-L'yyn grinst in sich hinein, als er der Frau nachsieht. Vielleicht sollte er versuchen, ihren Namen und ihren Rufcode herauszufinden... Aber nein, jetzt hat er erst einmal einen Job zu erledigen.

Neugierig setzt er sich auf die Besucherbank und blickt auf den Holoterminal vor seinem Sitz. Noch zeigt dieser das Pausensymbol des Rates, und als er von der Tribüne in den Sitzungsaal blick, sieht er, wie sich die Ränge in der elfeckigen Halle langsam füllen. Cvoa-L'yyn wundert sich ein wenig, daß er offenbar der einzige Besucher ist.

Ein Robodiener schwebt heran und reicht einige Erfrischungen. Cvoa ordert ein Askadris, den purpurvioletten, heißen Aufguß einer Baumrinde seines Heimatplaneten. Er nippt an dem herbsüßen Getränk und mustert derweil die eintrudelnden Räte. Ein paar der Damen würde er nicht von der Bettkante schubsen, überlegt er, ehe er aus Langeweile das Terminal zu sich heranzieht und versucht, in den Zentralcomputer des RVVT einzubrechen. Da ihm das ohne weitere Probleme gelingt, seufzt er und überlegt, womit er sich sonst die Zeit vertreiben könnte.

Wenn doch nur Tanatha-V'eyl hier wäre oder Skyra-T'haan mit den eisblauen Haaren, die früher nur den legendären Frostköniginnen nachgesagt wurde... Wenn es denn sein mußte, würde es auch die rotblütige Ratsdienerin von vorhin tun. Auf ihre braunhäutige Art und Weise ist sie auch ganz hübsch gewesen, mit dieser blauschwarzen, lockigen Mähne, selbst wenn sie nicht über die empathische Begabung einer Frau von Syaana verfügt.

Schließlich wird das Pausensymbol auf dem Holoschirm von dem Konterfei des Katzenmannes Ssesh ersetzt. Ein Untertitel in syaanischen Buchstaben (Cvoa hat das Terminal auf die Schriftsprache seines Heimatplaneten umgeschaltet) identifiziert ihn als Ssesh von Shacs V/Rárr.

Ssesh: Hiermit erkläre ich die Sitzung des Rats der Verantwortlichen der Vereinigung Tressila für eröffnet. Wir haben nun einen Gast, den Agenten Cvoa-L'yyn des Geheimdiensts der VeTre. Wir freuen uns, daß du unserem Aufruf so unverzüglich gefolgt bist, Cvoa-L'yyn.

Cvoa(belustigt): Gern geschehen, Verantwortlicher Ssesh. Wenn ich nun erfahren dürfte, worum es geht?

Ssesh: Natürlich.

Er holt tief Luft und sieht aus seinen tiefblauen Augen in die Runde.

Ssesh: Es ist sicherlich allseits bekannt, daß vor geraumer Zeit ein langer Krieg zwischen der Vereinigung Tressila und einem anderen Galaxienbund, nämlich dem Bund der Vier Galaxien stattfand. Dieser Krieg war furchtbar, und es gab ungezählte Tote auf beiden Seiten; Historiker sprechen von vielen Milliarden Opfern...

Die Verantwortlichen wechseln gequälte Blicke und machen sich auf einen neuerlichen langatmigen Vortrag des xictischen Hobby-Historikers gefaßt. Und tatsächlich werden sie gut eine Viertelstunde TZ von Ssesh berieselt. Einige der Anwesenden entschlummern bereits nach etwa der Hälfte von Sseshs Redezeit, andere brauchen etwas länger. Cvoa vertreibt sich derweil die Zeit mit einem Computerspiel und zuckt zusammen, als er unvermutet direkt von dem Feliden angesprochen wird.

Ssesh: Cvoa-L'yyn, dir obliegt nun die Aufgabe, in den Vier Galaxien nach dem Rechten zu sehen. Bislang war es dort ja relativ ruhig gewesen, doch nun scheint sich langsam wieder eine Organisation zu formieren, die die Alten Technologien einsetzt. Du bekommst das Raumschiff Blaccóllo zugeteilt, das mit Sicherheit jedem Raumschiff in den Vier Galaxien mindestens ebenbürtig ist. Cvoa-L'yyn, du bekommst volle Handlungsfreiheit und den Auftrag, alles zu eliminieren, was der Vereinigung Tressila gefährlich werden könnte. Für die Zeit dieses Auftrags bist du Ascya-C'aav unterstellt, die ein neues Ressort im Geheimdienst zugeteilt bekommen hat. Falls du also Verstärkung brauchst oder Bericht erstatten willst, mußt du dich lediglich an sie wenden.

-- To Be Continued --


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